2004 und 2007
Die prekäre Wirtschaftslage und die finanzielle Not der „Region“ (des Frankenwaldes, des Landkreises Kronach, seiner Städte und Gemeinden) ist keine Erscheinung der Gegenwart. Denkschriften, die die Probleme den Regierenden in der Landeshauptstadt darstellen sollten, gab es schon vor und kurz nach dem zweiten Weltkrieg.
Im November 1930 wurde z.B. die Denkschrift „Not im Frankenwald“ (vgl. dazu den Beitrag „Nikolaus Schmidt und die Not im Frankenwald, Zeitschrift des Vereins 1000 Jahre Kronach, Heft 40, 2008, S. 32 ff.) veröffentlicht um auf die schlechte öffentliche Lage in unserer Gegend hinzuweisen. Erfolg äußerst mäßig!
Anfang der 1950er Jahre wurde wegen der nach wie vor gravierenden Strukturprobleme eine weitere Denkschrift verfasst. Der damalige Kreiskämmerer Josef Wille schrieb den Regierenden in München und anderswo die hiesigen Probleme in der „Denkschrift zur Not im Frankenwald“ (Kronach, 1950) sehr deutlich ins Stammbuch. Zum Ausgleich der Zonen-Rand-Lage gab es wohl die sog. Zonenrandförderung, – doch die periphere Lage und die Abwanderung ermöglichten letztendlich kein Schritthalten mit den immer reicher werdenden Regionen im Süden, Westen und Norden der BRD.
Durch die Wiedervereinigung 1990 keimte neue Hoffnung auf, manche rühmten Kronach als Mittelpunkt Europas! Nach einem Strohfeuer – mit Zuwachsraten bei den Bevölkerungszahlen bis ca. 1995 – kehrte mehr und mehr Ernüchterung ein, denn statistische Zahlen ließen klar erkennen, wohin die Reise geht. Bisher immer benachteiligt, mussten die Grenzlandkommunen nun auch ausnahmslos den Solidaritätsbeitrag-Ost leisten, obwohl sie den eigentlich selbst benötigt hätten, und der Wegfall staatlicher Sonderförderungen (wie Zonenrandförderung oder Gemeinschaftsaufgabe) verstärkten die Negativ-Tendenz. Wie die Region staatlicherseits abgehängt wurde, zeigt am deutlichsten der immer wieder hinausgeschobene Ausbau der B 173 von Lichtenfels nach Kronach: die Verkehrsschlagader für den Raum Kronach! Erst im Jahr 2008 (!) begann man mit dem Ausbau eines 1,3 km (!) langen Teilstücks.
Angesichts dieser Zustände und auch wegen der sich ständig verschlechternden Finanzlage der Kommunen – die hier sowieso zu den ärmsten im Lande zu zählen sind -, versuchte ich mit dem „Kronacher Manifest“ vom 4. Juni 2004 wieder einen Notruf zu starten und dringlich Hilfe zu fordern. Ob es in München ein maßgeblicher Politiker zur Kenntnis genommen hat, ist nicht bekannt. Sie können es jedenfalls hier nachlesen: download
Der Abwärtstrend blieb ungebrochen. Deshalb ergänzte ich es um eine „Folge II“ vom 2. Juli 2007. Die weiterhin alarmierenden statistischen Zahlen wurden als Hilferuf u.a. an den späteren Ministerpräsidenten Beckstein gesandt.
2010
Im Sommer 2010 hat Nachfolger Seehofer bei einem CSU-Folkloreauftritt in Wallenfels erklärt: „Wir dürfen den ländlichen Raum niemals vergessen!“
„Die Worte hör ich wohl, allein …“
Wer „Folge II des Kronacher Manifestes – Denk-Schrift zur Not der Region“ kennenlernen will: download hier.
Statistik-Ergänzung: Seit Juli 2007 hat die Bevölkerung von Landkreis und Stadt Kronach genau entsprechend den seit längerer Zeit vorhandenen Prognosen weiter stark abgenommen:
Der Landkreis hat Mitte 2010 nur noch rund 71 350 Einwohner, die Stadt Kronach ist auf 17 260 Einwohner geschrumpft. Download
Quo vadis Stadt und Landkreis Kronach?
2004 und 2007
Die prekäre Wirtschaftslage und die finanzielle Not der „Region“ (des Frankenwaldes, des Landkreises Kronach, seiner Städte und Gemeinden) ist keine Erscheinung der Gegenwart. Denkschriften, die die Probleme den Regierenden in der Landeshauptstadt darstellen sollten, gab es schon vor und kurz nach dem zweiten Weltkrieg.
Im November 1930 wurde z.B. die Denkschrift „Not im Frankenwald“ (vgl. dazu den Beitrag „Nikolaus Schmidt und die Not im Frankenwald, Zeitschrift des Vereins 1000 Jahre Kronach, Heft 40, 2008, S. 32 ff.) veröffentlicht um auf die schlechte öffentliche Lage in unserer Gegend hinzuweisen. Erfolg äußerst mäßig!
Anfang der 1950er Jahre wurde wegen der nach wie vor gravierenden Strukturprobleme eine weitere Denkschrift verfasst. Der damalige Kreiskämmerer Josef Wille schrieb den Regierenden in München und anderswo die hiesigen Probleme in der „Denkschrift zur Not im Frankenwald“ (Kronach, 1950) sehr deutlich ins Stammbuch. Zum Ausgleich der Zonen-Rand-Lage gab es wohl die sog. Zonenrandförderung, – doch die periphere Lage und die Abwanderung ermöglichten letztendlich kein Schritthalten mit den immer reicher werdenden Regionen im Süden, Westen und Norden der BRD.
Durch die Wiedervereinigung 1990 keimte neue Hoffnung auf, manche rühmten Kronach als Mittelpunkt Europas! Nach einem Strohfeuer – mit Zuwachsraten bei den Bevölkerungszahlen bis ca. 1995 – kehrte mehr und mehr Ernüchterung ein, denn statistische Zahlen ließen klar erkennen, wohin die Reise geht. Bisher immer benachteiligt, mussten die Grenzlandkommunen nun auch ausnahmslos den Solidaritätsbeitrag-Ost leisten, obwohl sie den eigentlich selbst benötigt hätten, und der Wegfall staatlicher Sonderförderungen (wie Zonenrandförderung oder Gemeinschaftsaufgabe) verstärkten die Negativ-Tendenz. Wie die Region staatlicherseits abgehängt wurde, zeigt am deutlichsten der immer wieder hinausgeschobene Ausbau der B 173 von Lichtenfels nach Kronach: die Verkehrsschlagader für den Raum Kronach! Erst im Jahr 2008 (!) begann man mit dem Ausbau eines 1,3 km (!) langen Teilstücks.
Angesichts dieser Zustände und auch wegen der sich ständig verschlechternden Finanzlage der Kommunen – die hier sowieso zu den ärmsten im Lande zu zählen sind -, versuchte ich mit dem „Kronacher Manifest“ vom 4. Juni 2004 wieder einen Notruf zu starten und dringlich Hilfe zu fordern. Ob es in München ein maßgeblicher Politiker zur Kenntnis genommen hat, ist nicht bekannt. Sie können es jedenfalls hier nachlesen: download
Der Abwärtstrend blieb ungebrochen. Deshalb ergänzte ich es um eine „Folge II“ vom 2. Juli 2007. Die weiterhin alarmierenden statistischen Zahlen wurden als Hilferuf u.a. an den späteren Ministerpräsidenten Beckstein gesandt.
2010
Im Sommer 2010 hat Nachfolger Seehofer bei einem CSU-Folkloreauftritt in Wallenfels erklärt: „Wir dürfen den ländlichen Raum niemals vergessen!“
„Die Worte hör ich wohl, allein …“
Wer „Folge II des Kronacher Manifestes – Denk-Schrift zur Not der Region“ kennenlernen will: download hier.
Statistik-Ergänzung: Seit Juli 2007 hat die Bevölkerung von Landkreis und Stadt Kronach genau entsprechend den seit längerer Zeit vorhandenen Prognosen weiter stark abgenommen:
Der Landkreis hat Mitte 2010 nur noch rund 71 350 Einwohner, die Stadt Kronach ist auf 17 260 Einwohner geschrumpft.
Quo vadis Stadt und Landkreis Kronach?
Im Laufe des Tätigkeitsbereichs als Bürgermeister und aktives Mitglied in verschiedenen Vereinen und Institutionen haben sich verschiedene Dokumente angesammelt, die nun für Interessierte auf meiner Internetseite der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Schritt für Schritt ermögliche ich es mit der Darlegung der Dokumente aus meinem persönlichen Archiv die ein oder andere lokalbasierende Geschichte wieder in Erinnerung zu rufen. Sie zeigt auch die Wirkung manch einer Entscheidung aus der Vergangenheit, die Kronach bzw. Vereine noch heute prägen.
| Titel | Datum | Download |
|---|---|---|
| Abschiedsrede als Kronacher Bürgermeister | 08.05.2008 | Download |
| Würdigung durch Dr. H. Köhler | 08.05.2008 | Download |
Im Laufe des Tätigkeitsbereichs als Bürgermeister und aktives Mitglied in verschiedenen Vereinen und Institutionen haben sich verschiedene Dokumente angesammelt, die nun für Interessierte auf meiner Internetseite der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Schritt für Schritt ermögliche ich es mit der Darlegung der Dokumente aus meinem persönlichen Archiv die ein oder andere lokalbasierende Geschichte wieder in Erinnerung zu rufen. Sie zeigt auch die Wirkung manch einer Entscheidung aus der Vergangenheit, die Kronach bzw. Vereine noch heute prägen.
| Titel | Datum | Download |
|---|---|---|
| Abschiedsrede als Kronacher Bürgermeister | 08.05.2008 | Download |
